Der mit 2.943m höchste Berg Andorras, der Comapedrosa, liegt auf dem Weg meiner Pyrenäendurchquerung, die mich in 37 Tagen vom Mittelmeer zum Atlantik führt.
Auf der Durchquerung zelte ich fast immer wild, so auch an Tag 14, an dem die Besteigung des Comapedrosa ansteht. 600 Höhenmeter hoch und wieder runter habe ich schon in den Beinen als ich am Refugi Pla de L´Estany ankomme, wo mich ein paar etwas aufdringliche Pferde empfangen und mich anknabbern, als ich meine Wasserflasche auffülle.
12:30 geht es von der Hütte steil aufwärts. Markierungen sind spärlich und oft gibt es nur Steinhaufen. Ich balanciere über große Steinblöcke, was hohe Konzentration mit dem schweren Rucksack auf den Schultern erfordert. Trotzdem laufe ich fast wie in Trance und verliere mich manchmal in den Strukturen des sehr vielfältigen Gesteins. Ich bin komplett allein auf der Route.
Irgendwann wird es weniger steil und ich passiere ein paar Schneefelder. 250 Höhenmeter unter dem Gipfel fängt es an zu regnen und kurz vor dem Gipfel donnert es. Das Gewitter ist aber noch nicht bedrohlich nah und ich kann die letzten Meter zum Gipfel wagen, den ich um 16Uhr erreiche. Ich mache kurz ein paar Fotos und steige zum Bergsee Estany de Baiau, der schon in Frankreich liegt, ab. Hier schlage ich mein Zelt auf und dann fängt es richtig an zu gewittern.









